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Überholung des Anlassers 24Volt Benziner (Schub-Schraubtriebstarter)


Hier möchte ich in einer Bilderfolge die Reparatur des Startermotors aufzeigen, da dieses Thema nicht in den Reparaturleitfäden behandelt wird und auch die Bw diese Teile nicht aufgearbeitet hat und die Anlasser an zivile Betriebe zur Überholung abgegeben wurden.

Der Ausbau ist in der TDv beschrieben, es empfiehlt sich einen 13er Ringratschenschlüssel für die Halteschrauben zu verwenden.

Die benötigten Werkzeug für die folgenden Arbeiten sind:

  • Sicherungsringzange
  • Hammer und Dorn
  • 9mm Nuss tief
  • 8mm Nuss
  • Kreuzschlitzschraubendreher PH2
  • 10mm Nuss und gekröpfter Schlüssel
  • Schlitzschraubendreher 10mm oder Torx (je nach Modell)
  • ggf. Handschlagschrauber


Zuerst wird der ausgebaute Anlasser gereinigt.

Nun erkennt man schon am äußeren Zustand etwas über den Starter. Hier ist zu erkennen, dass es sich um ein Originalteil handelt, das sehr wahrscheinlich schon ab Werk montiert war. Er hat noch die originale schwarze Farbe, die Aluminiumglocke ist ausgespart worden beim lackieren. Leichter Oberflächenrost ist üblich und normal, wenn um den Freilauf Ölspuren zu erkennen sind, ist wahrscheinlich einer der Dichtringe an Kurbelwelle oder Getriebe undicht und muss ersetzt werden. Wenn ordentlich gearbeitet wurde, sind noch die Reste der Dichtmasse erkennbar, da beim Geländewagen unbedingt die Abdichtung des Flansches erfolgen muß, wenn alles wasserdicht sein soll.


Dann beginnt die Demontage. Zuerst den Federring auf der Rotorwelle entfernen, dazu den Anlaufring mit Dorn nach hinten schlagen und den Ring mit Spreizzange weiten und abnehmen.


Jetzt wird hinten der Schutzdeckel mit den 2 Kreuzschlitzschrauben entfernt. Einstellscheibe und Dichtung gut aufbewahren.

Als nächtes die 13er Mutter des Kabels abschrauben und den Magnetschalter an den 3 Schrauben lösen. Ältere Modelle haben Schlitz- oder Kreuzschlitzschrauben, neuere Modelle die bereits überholt wurden, sind mit Torxschrauben ausgestattet. Zum Lösen der eingeklebten Schrauben gutes Werkzeug und ggf. einen Handschlagschrauber benutzen. Beschädigte Schrauben sinnvollerweise durch neue ersetzen. Diese sind problemlos noch bei Bosch erhältlich (ca. 2,-/Stk.). 


Dann mit 9er Nuss die Halteschrauben entfernen, die das Gehäuse zusammenhalten. Sind diese stark verrostet kann man sich darauf vorbereiten, dass das Innenleben schon unter Wasser stand und evtl. der Anlasser unbrauchbar ist.

Danach läßt sich der Deckel abnehmen, den umlaufenden Gummiring auf Schäden kontrollieren. Der Kohlenhalter wird entfernt, indem man die 2 Kohlen die mit dem Gehäuse verbunden sind durch abheben der Feder freisetzt und hinauszieht. Dabei bereits Zustand und Verschleiß kontrollieren. Kohlen sind ebenfalls preiswert zu beziehen.

Sodann kann man den Rotor entnehmen, auf Schäden prüfen und das Gehäuse zerlegen. Am unteren Ende des Statorgehäuses ebenfalls den O-Ring und das Gummidichtteil auf Schäden prüfen. Für ca. 15,- gibt es bei Bosch einen Überholsatz, der diese Gummiteile enthält, jedoch selten benötigt wird. 

Jetzt wird der Freilauf ausgebaut indem die beiden 8er Schrauben des Lagerschilds gelöst werden. Danach wird die 10er Schraube, die als Welle des Ausrückhebels dient, zusammen mit Letzterem entfernt.

Den Ausrückhebel kontrollieren auf Einlaufspuren des Magnetschalters. Ggf. diesen bei der Montage um 180° gewendet einbauen. Das Ritzel mit Freilauf ersetzen, dieses ist bei Bosch ein Entfallteil aber bei uns hier zu bestellen.

Nun die beiden Bronzebuchsen im Lagerschild und Deckel ersetzen. Dafür eignen sich zB. kleine Nüsse zum Ein- und Auspressen, die den richtigen Außendurchmesser haben sollen. Buchsen sind ebenfalls einzeln bei Bosch erhältlich oder auch hier im Onlineshop. Meiner Meinung nach sind die Buchsen generell zu tauschen, auch wenn kein kaum Verschleiß festzustellen ist, der Arbeitsaufwand und der Preis der Buchsen steht in keinem Verhältnis zu der Gefahr die Arbeiten aufgrund erhöhtem Lagerspiels in naher Zukunft erneut durchzuführen. 


Vor dem Tausch der Buchsen macht es Sinn die Teile glaszustrahlen oder anderweitig zu reinigen.

Nun erfolgt der Zusammenbau sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Auf einige Arbeitsschritte gehe ich nun aber noch einmal gesondert ein.
Die Montage der Anlaufscheibe und des Sicherungsrings bereitet Vielen Kopfzerbrechen. Es hat sich bewährt, mit einem Abzieher auf die Scheibe Druck auszuüben und den Ring mit Hammer und Durchschlag in seinen Sitz zu treiben. Vorheriges Zusammendrücken des offenen Rings mit der Zange erleichtert ebenso die Montage.

Zum Einhängen der Kohlen zuerst die beiden Kohlen auf der Kohlebürstenhalteplatte entspannen, auf den Rotor schieben und Federn dann wieder einhängen. Danach die beiden Kohlen des Gehäuses wieder an den angestammten Platz montieren. Dabei Position der Kabel beachten, dass kein übermäßiger Zug auf diese ausgeführt wird. Beim Aufsetzen des Deckels die Stellung des Kohlenhalters so fixieren, dass die beiden Gewindelöcher der Kreuzschlitzschrauben mit den Löchern im Deckel fluchten. Erst dann passen die langen Gehäuseschrauben.

 

Generell sind alle Lagerstellen zu fetten (MoS²), Schrauben einzukleben und Spalte mit Dichtmasse abzudichten.

Am Ende der Arbeiten sieht das Ergebnis dann so aus wie unten und ist fertig zum Lackieren. Zuvor empfiehlt es sich, den Anlasser im Schraubstock fixiert, auf Funktion zu testen. Beim Einbau ist die Lagerbuchse im Getriebe zwingend zu erneuern und die 10er Inbusschraube am Motorblock erst festzuziehen, wenn der mit Dichtmasse eingesetzte Startermotor gleichmäßig festgezogen wurde und die M6 Muttern an der Anlasserstütze gelockert sind. Für den Anschluss des Magnetschalters die Schrauben M4 und M5 mit der richtigen Länge verwenden, eine zu lange Schraube zerstört den Magnetschalter irreparabel. Ich empfehle zur einfacheren Montage Inbusschrauben zu verwenden.

Wer die Arbeiten scheut, kann einen überholten Anlasser hier im Shop bestellen.